Okay, ich bin ein bisschen spät, aber ich wollte trotzdem mal meinen Entscheidungsprozess reflektieren. Also: mein Video zu Depression Quest wird nicht erscheinen. Doch warum?
Spulen wir mal ein gutes Stück zurück. Es ist die Nacht des 11. August 2014. Ich bin ganz normal wie immer zu später Stunde im Internet unterwegs, als eine Bombe die Medienwelt erschüttert: Robin Williams ist tot. Sein Tod hat mich getroffen, wie es zuvor noch kein Tod einer berühmten Persönlichkeit getan hat. Alle unterschiedlichen Bereiche der Leute denen ich bei Twitter folge, seien es generell Promis, Gaming- oder eSports Persönlichkeiten, alle haben plötzlich nur ein Thema. Mindestens eine Stunde lang verfolge ich auf Twitter wie immer traurige Nachrichten in meiner Timeline erscheinen. Im Laufe der Zeit werden weitere Umstände seines Todes bekannt. Selbstmord. Wahrscheinlich durch Erhängen. Und ein weiteres Detail wird bekannt: die Depressionen gegen die Robin Williams gekämpft und am Ende verloren hatte.
Einige Leute auf Twitter empfahlen diverse Medien, die über Depressionen aufklären können, wie etwa diesen Comic von Hyperbole and a Half. Noch in derselben Nacht erschien Depression Quest durch Greenlight auf Steam. Zuerst wurde ich darauf durch r/Games aufmerksam und als dann auch noch TotalBiscuit darüber twitterte, war bei mir schnell der Download angefangen. In dieser traurigen Nacht habe dann Depression Quest gespielt und fand es gut. Nicht brilliant, und eigentlich auch kein sehr gutes Spiel, aber insgesamt hat es sein Ziel gut erfüllt: dem Spieler die oft missverstandene Krankheit Depression näher zu bringen. Daraufhin hatte ich mich entschieden in nächster Zeit ein Video zu dem Spiel zu machen, um wie schon beim Coming Out Simulator ein bisschen das gute alte "Word of Mouth" zu verbreiten. Leider hatten Real-Life Sachen und die Gamescom die Aufnahme ein bisschen verzögert, aber eigentlich sollte das ja kein Problem sein. Doch wieder schlug eine Bombe ein.
Man kann viele Bezeichnungen in den Raum werfen: "Zoe Quinn Skandal", "Sexskandal im Spielejournalismus", "'Sexismus in der Gamingbranche'-Skandal Nr. 34" oder wie ich es einfach nennen würde: "der gigantische Gaming-Clusterfuck von August 2014". Ja, ich finde das Clusterfuck ist hier durchaus angepasst. Es ging drunter und drüber, jeder gegen jeden, Apocalypse. So hat es sich in der heißen Phase zumindest angefühlt.
Ihr habt wahrscheinlich selbst mitgekriegt was da genau gelaufen ist. Ich will dazu eigentlich nicht wirklich Stellung beziehen, die ganze Sache ist ein ziemliches Minenfeld. Und das ist das Problem: ich befürchte, dass ein Video zu Depression Quest im Zuge dieses "Skandals" einfach im falschen Hals landet und den potentiell negativen Backlash möchte ich nicht. Ja, ich weiß, eigentlich sollte ich mich nicht davor fürchten und bei meiner kleinen Reichweite ist sowas doch total unwahrscheinlich. Trotzdem bleibe ich dabei: das Video zu veröffentlichen ist eine schlechte Idee. Ich hab mir das gut überlegt.
Eigentlich schade. Aber naja, ich hab euch ja hier einen tollen Comic zu dem Thema verlinkt. Ist doch auch was.
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